Martin-Luther-Bund
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CH-8006 Zürich


Projekte/Diasporagabe

PROJEKTE

 

Erfolgsbericht Odessa

 

 

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Die lutherische St. Pauli-Kirche in Odessa wurde wieder eingeweiht
Die Diaspora-Gabe des weltweiten Martin-Luther-Bundes für das Jahr 2008 war dem Wiederaufbau der St. Pauli-Kirche in Odessa/Ukraine gewidmet. Der Martin-Luther-Bund Schweiz und Fürstentum Liechtenstein beschloss auf seiner Jahrestagung am 13. April 2008, dieses Projekt mit € 5000.- zu unterstützen. Konkret wurde festgelegt, dass unser Betrag der Gestaltung des Altarraumes zugutekommen soll.

Am 17. April 2010 konnte nach fünfjährigem Wiederaufbau die in der Sowjetzeit zerstörte lutherische St. Pauli-Kirche in Odessa wieder eingeweiht werden

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Vorschlag eines Projekts
des MLB CH+FL in Polen und
Sammlung dafür 2010

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Polen ist trotz seines Beitritts zur EU 2004 ein armes Land (BIP 2009: 7.800 Euro, EU-Durchschnitt: 24.400 Euro. Um die alten Menschen ist es besonders schlecht bestellt. 6,5 Mio. (= 18%) der Gesamtbevölkerung (38,1 Mio.) sind über 60 Jahre alt. Nur für ein Prozent von ihnen gibt es Platz in einem Alten- oder Pflegeheim. Ältere Menschen, die nicht von Angehörigen aufgenommen werden, geraten oft in Not, da die Rente (im Schnitt umgerechnet ca. 500.- CHF) nur ein Leben am Existenzminimum ermöglicht. Alleinstehende betagte und kranke Menschen werden vielfach ausgegrenzt, geraten in Isolation und vereinsamen in viel beängstigenderem Maße noch als hierzulande.

35 Mio. Menschen in Polen sind Katholiken (= 90% der Bevölkerung). Die 80.000 Lutheraner (0,2% der Bevölkerung) haben es da besonders schwer. Sie leben in solcher Zerstreuung, dass nur in zehn grösseren Städten Pflegeeinrichtungen für betagte Kranke aufgebaut werden konnten. Auf dem Lande gibt es in ganz Polen 21 Diakoniestationen lutherischer Gemeinden. Die – oft freiwilligen – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versuchen, den Betagten und Bettlägerigen in ihrer oft trostlosen Lage ein Leben in Würde zu ermöglichen. Sie besuchen sie regelmässig, machen Einkäufe, gehen mit ihnen zum Arzt. Sie organisieren Tagesstätten, wo die Betagten mehrmals in der Woche zusammen sein und gemeinsame Mahlzeiten einnehmen können. Besonders dankbar sind die alten Menschen, dass sie zum Gottesdienst gefahren werden und dabei Glaubensgenossen aus anderen Orten treffen, da wegen der extremen Diasporalage die nächste lutherische Kirche meist weit entfernt ist.

Direktorin des Diakonisches Werks der ev.-luth. Kirche in Polen ist Frau Wanda Falk, die seit Jahrzehnten eine hervorragende Arbeit leistet – zuverlässig, effektiv, unspektakulär. Präsident ist Ryszard Bogusz in Breslau, lutherischer Regionalbischof von Schlesien. Die ev.-luth. Kirche in Polen ist finanziell so schlecht gestellt, dass für ihr Diakonisches Werk keine ausreichenden Mittel vorhanden sind, zumal es auch an staatlichen Zuschüssen fehlt.

Frau Falk bittet uns um Hilfe für kleine Diasporagemeinden, die notwendige Medikamente oder Rehabilitationsgeräte für ihre Senioren – oder schlicht die Heizkosten für den Seniorentreffpunkt – nicht finanzieren können. Eine kleine lutherische Gemeinde im Teschener Schlesien (Wis?a-Jawornik) organisiert jährlich für Alte und Kranke vom 22. Dezember bis 2. Januar eine Freizeit, in welcher einsame Menschen in warmer, familiärer Atmosphäre das Weihnachtsfest erleben. Aufenthalt, Verpflegung, seelsorgeriche und medizinische Betreuung, Weihnachtsfeier usw. kosten für jeden 600.- Zloty (220.- CHF). Die Ärmsten und Bedürftigsten der meist 60 Teilnehmer können aber diesen Betrag nicht aufbringen. Um diesen Menschen auch im Jahre 2010 ein frohes Weihnachtsfest zu ermöglichen, ist die kleine Gemeinde im Teschener Land auf Hilfe von aussen angewiesen. „Seit Jahren suchen wir überall nach Finanzierungsquellen, die uns Unterstützung dieser Art ermöglichen“, schreibt uns Frau Falk.

Wir sollten nicht nur angesichts furchtbarer Katastrophen wie jetzt in Haiti unsere Herzen und Geldbeutel öffnen, sondern auch angesichts der Not unserer Glaubensgenossen hier in Europa.

 



 
Zürich, im Dezember 2009  

Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Gönner!

Hoffentlich haben Sie Herbst und Winteranfang unbeschadet überstanden, konnten einen Bogen um Grippeviren machen, der Kältewelle trotzen und sich in der Adventszeit auf Weihnachten vorbereiten!
Dieses sorgenvolle Jahr, das mit schlechten Nachrichten zur Weltwirtschaft begonnen hat, scheint auch zum Abschluss nicht versöhnen zu wollen. Steigende Arbeitslosigkeit, Sorge um das Weltklima und Kältetote in Europa, besonders in Polen, sind nur einige Punkte, die uns in diesen Tagen bewegen. Wir hoffen und wünschen Ihnen sehr, dass in Ihrem privaten Umfeld keine weiteren Sorgen hinzukommen!
Wie schon im letzten Weihnachstbrief zu Recht befürchtet, gingen Wirtschaftskrise und schlechte Stimmungslage auch am MLB nicht spurlos vorüber: Die Mitgliederzahl ist weiter gesunken; das Spenden-aufkommen blieb deutlich hinter dem Vorjahr zurück. Deshalb möchte ich Ihnen noch einmal unsere Sammlungen ans Herz legen:

  • In unserem "eigenen" Projekt sammeln wir für die ev.-luth. Schule Talitha Kumi im Westjordanland (Judäa), um ihre wichtige Erziehungsarbeit zu Frieden und Respekt für einander zu unterstützen, besonders auch im Hinblick auf die Rolle und Chancen der Mädchen und Frauen in der Gesellschaft.
  • Mit der Diasporagabe (2. Sammlung) fördern wir das kirchliche Ausbildungs- und Gemeindezentrum der Ev.-Luth. Kirche in Slowenien in Murska Sobota, hier besonders die Infrastruktur der Bibliothek.
  • Wir unterstützen derzeit fünf Stipendiaten am evangelischen Schulzentrum in Ivoti/Brasilien, die ohne unsere Zuwendungen keine Chance auf eine entsprechende Ausbildung hätten.
  • Ohne das Sendschriftenwerk könnten die ev.-luth. Kirchen Ost- und Südosteuropas ihren Mitgliedern keine theologischen Werke in der Muttersprache anbieten - auch hierzu leisten wir einen Beitrag.

Wir freuen uns, wenn Sie diese Projekte nach Ihren Möglichkeiten unterstützen! Wagen wir einen Ausblick auf das bevorstehende Jahr: Wir wollen auf der Hauptversammlung am 14. Februar in Zürich - unsere Statuten anpassen, um offene Punkte zu klären und der sinkenden Mltgliederzal Rechnung zu tragen. Zur Beschlussfähigkeit bedarf es Ihrer regen Teilnahme - wir freuen uns auf Sie!

Der Vorstand des MLB CH+FL wünscht Ihnen und Ihren Familien ein besinnliches Weihnachstfest und Gottes reichen Segen für das Neue Jahr!

Ihre Torsten Lüddecke und Dr. Gerd Stricker